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| Zuletzt aktualisiert / last update: 4. März 2010 | |
aktuelle Texte Rede auf der Frankfurter Buchmesse am 16. Oktober 2009 am 4. Nov. 2009 an der Universität Hamburg (Video) Der
gespaltene Kosmopolitismus des Hightech-Kapitalismus (Editorial zu Das Argument 282, September 2009) Die Rolle der kritischen Intellektuellen in der Krise (Audio) zur Erinnerung: vor 10 Jahren trat Lafontaine zurück Austritt
aus der Sozialpolitik -- Eintritt in den Krieg gegen Jugoslawien (1999)
Was jede/r von
Marx wissen sollte, um die Finanzkrise zu verstehen Krise des Kapitalismus - Krise seiner Naturverhältnisse ( Januar 2009) (Februar 2008) Interview mit Radio Z (Nürnberg) zum 125. Todestag von Karl Marx (Audio) Indoamerikanischer
Sozialismus?
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überarbeitete und um ein zweites Buch Warenästhetik im High-Tech-Kapitalismus erweiterte Neuausgabe April 2009 Inhaltsverzeichnis Vorwort zur Neuausgabe Einleitung zum zweiten Buch Rezension von Edelbert Richter (ND)
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Die Coca-Cola-Tauben von VenedigIn Venedig wird eine Ansichtskarte feilgeboten, die zugleich für diese Stadt und einen amerikanischen Konzern wirbt. Sie zeigt den Markusplatz mit dem notorischen Heer von Tauben. Die Tauben stellen sich dar in organisierter Form: In riesigen Charakteren bilden sie den Namen Coca-Cola. Die Charaktere sind die des »gesetzlich geschützten« Markendesigns. Die Vorlage für das Werbefoto wurde dadurch hergestellt, dass die Manager das Markenzeichen mit Taubenfutter durch angeheuerte Gelegenheitsarbeiter auf den Platz streuen ließen. Die Tauben flogen nicht herbei, um das Markenzeichen zu bilden, sondern um zu fressen. Das Futter wurde nicht gestreut, um die Tauben zu füttern, sondern um sie auf seiner Spur als Statisten arbeiten zu lassen. Das Arrangement ist den Tauben absolut fremd und äußerlich. Während sie sich das Futter einverleiben, sind sie unters Kapital subsumiert und von ihm einverleibt. Das Bild, Triumph kapitalistischer Werbetechnik, zeigt sinnbildlich einen grundlegenden Aspekt des Kapitalismus. ... (Kritik der Warenästhetik, S. 168f)
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»Tritt nackt herein - geh angekleidet raus«
Wenn die im Ersten Buch geschilderte Coca-Cola-Werbeaktion, die auf dem Markusplatz in Venedig die Tauben das Firmen-Logo nachbilden ließ, ein Sinnbild für die Warenästhetik der fordistischen Ära war, so hat die spanische Bekleidungsfirma Desigual dem ein postfordistisches Sinnbild nachfolgen lassen. Die Kunden erhalten dabei Ware im Tausch gegen einen Werbeauftritt. […] Hier werden wir dazu bewegt, uns die Kleider vom Leib zu ziehen. »Entra desnudo - saldrás vestido«, »tritt nackt herein - geh angekleidet raus« - mit dieser Losung praktizierte die Firma »Desigual« (zu deutsch etwa »ungleich«) am 17. Februar 2006 in Barcelona den damals letzten Schrei der Werbung, das ambient marketing. Das Echo übertraf alle Erwartungen. Gratiskleidung sollte es für die ersten 100 geben, doch es kamen 500, die von fünf Uhr früh bis zur Ladenöffnung um neun Uhr Schlange standen. Man soll Bekleidung kaufen, das ist die Negation der Negation, die Entnacktung. Die Blöße als Folie macht es unnötig, mit besonderer Qualität zu werben. Wie die Nacktheit die Abwesenheit von Kleidung schlechthin, ist ihre Negation Kleidung als solche. Eine Losung wie »tritt nackt herein, geh angekleidet raus« rechnet damit, dass sich der Schwarm der Schnäppchenjäger über seine SMS-Buschtrommeln und seine Mund-zu-Mund-Propaganda selbst herbeiruft. Wie beim Schneeballsystem pflanzt sich die Losung dabei nichtlinear fort: Jeder Empfänger ist ein potenzieller Fokus eines weiteren Ambientes. Die nicht mitwirken, werden darauf aufmerksam und reden darüber. Wer schließlich mitwirkt, zahlt die Kleidung mit seiner Scham. Die Schamlosigkeit des Geschäfts wird den Pilot-Kunden zugeschanzt, die damit Aufsehen erregen und schließlich den Bilderbetrieb der sich übers Fernsehen identifizierenden Gesellschaft füttern. Sie werden Statisten eines Theaters, das man ihresgleichen vorspielt. (Kritik der Warenästhetik, Zweites Buch, S. 273f) |
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